Im Gehege: Paul Rotterdam

Zwei aktuelle Ausstellungen im Landesmuseum Niederösterreich und im Leopold Museum, Wien

Eine Reihe von zentralen Bildern des Malers Paul Rotterdam trägt den schlichten Titel „Substanz“. In zwei großen Ausstellungen sind nun seine wesentlichen Werke im Niederösterreichischen Landesmuseum St. Pölten und über 90 Zeichnungen sowie drei großformatige neueste Bilder ab 15. Juni im Leopold Museum in Wien zu sehen.

Paul Zwietnig Rotterdam, geboren 1939 in Wiener Neustadt und aufgewachsen in Leoben, hat als Vertreter der New York School international einen wesentlichen Beitrag in der zeitgenössischen Malerei und Zeichnung geleistet. Er hat mit seinen Werken internationale Bedeutung erreicht, seine Bilder sind weltweit in den wichtigsten Sammlungen vertreten. Bereits mit 27 Jahren wurde als Professor an die Harvard University berufen und ist als Kritiker und Vortragender international geschätzt.
Als kleines Kind, durch eine Krankheit für ein Jahr im Gips ins Bett verbannt, lernte Paul Rotterdam sehr früh die feinsten Unterschiede zu beobachten, in seinem Fall vorzugsweise weiße Wände. Diese Sensibilität für die feinsten Vibrationen in Farbe und Linie ist in seinen Bildern das absolut Kostbarste. Sehr früh begann er in Leoben seine Umgebung zu zeichnen, alte Häuser kurz vor ihrem Abbruch innen zu bemalen und lernte die Kritik der Urteilskraft von Kant noch in seiner Schulzeit auswendig. Sein Gefühl für die Sprache, die sich in seinen Vorträgen wie eine musikalische Komposition erschließt, lässt erahnen, welch ästhetisches Gefühl in diesem Künstler entwickelt ist. Die Literatur inspiriert und begeistert ihn. Die philosophische Reflexion und Transzendenz seiner Gedanken, sein umfassendes Wissen, seine Fähigkeit, dieses in verständlicher Weise auszudrücken, bereiten jedes Mal ein außerordentliches Vergnügen, dem Künstler zu begegnen.
Seit einigen Jahren hat sich der Künstler von New York City auf das Land nach Blenheim, Upstate New York, zurückgezogen. In seinen Bildern „Blenheim“ ist zu sehen, wie sehr der Künstler eins mit der Natur geworden ist: Sie zeigen Inhalte, ohne sie darzustellen. Die Landschaften, die sich vor dem Auge ausbreiten, künden von einer metaphysischen Erfassung des Realen. Abstraktion und Realismus in spannender Vereinigung, Licht und Farbe in feinster Vibration, überraschende Bildgeschehnisse und zugleich wie „an einem Seil vom Himmel herunter gekommen“, sind seine Bilder nicht in Sprache auszudrücken, letztlich nur fassbar mit dem Gefühl.
In den späten 60er Jahren haben Fälscher versucht, seinem Werk Schaden zuzufügen. In der aktuellen Ausstellung im Leopold Museum sind den Fälschungen die Originale gegenübergestellt – eine kleine Schauübung.
Paul Rotterdam kommt seit 1998 regelmäßig in die Benediktinerabtei Seckau zu den Ästhetischen Übungen. Kunsthistorische und kunsttheoretische Texte warten auf die Veröffentlichung. Sein malerisches Werk ist im Prestel Verlag in einer zweiten Auflage publiziert, seine Zeichnungen werden folgen.

Niederösterreischisches Landesmuseum, St. Pölten: „Substance“
1. Juni bis 3. Oktober 2007
www.landesmuseum.net
Leopold Museum Wien: Die Kunst der Linie – Das zeichnerische Werk
15.Juni – 3. September 2007

http://www.leopoldmuseum.org

Paul Rotterdam: „Malerei, Skulptur, Projekte 1953 – 2004“
Prestel Verlag München, 2. Auflage, 35 Euro

Turku (Åbo) – „Wiege der finnischen Kultur“

“Turku in Flammen” ist das Motto für die Europäische Kulturhauptstadt 2011. Damit spielt die Stadt auf die zahlreichen Brandkatastrophen an, von denen sie immer wieder heimgesucht wurde. Von der Gründung im 13. bis ins 19. Jahrhundert war Turku die wichtigste Stadt Finnlands und gilt als „Wiege der finnischen Kultur”. Vor Turku liegt eine einzigartige Schärenregion mit rund 25000 Inseln, einer der schönsten Archipele der Welt. Den besonderen Charme der Stadt genießen BesucherInnen bei einem Spaziergang von der Domkirche zur Burg – den beiden Wahrzeichen Turkus – entlang des Flusses Aurajoki: hier reiht sich eine Sehenswürdigkeit an die andere. Der Dom zu Turku und die Burg aus dem Jahr 1280 sind die bedeutendsten nationalen Schätze Finnlands. Aber auch die zeitgenössische Kunst hat in Turku ihren prominenten Platz: Die KünstlerInnengruppe “Titanik” betreibt Galerie und Atelierhaus und öffnet sich in artists in residence Projekten auch dem internationalen Austausch. Mit dem künstlerischen Leiter Reino Koivula ist “Titanik” für 2011 ein wichtiger Partner in den Vorbereitungen für die Kulturhauptstadt. Zahlreiche Theater und Museen präsentieren das historische und zeitgenössische Kunstschaffen, dem Komponisten Jean Sibelius ist ein eigenes Museum gewidmet und die beiden Musiker M.A. Numminen & Pedro Hietanen kann man „zufällig“ in einem Club erleben. Die finnische Geschichte des 20. Jahrhunderts ist jedoch kaum aufgearbeitet. Ein verheerender Brügerkrieg, die ständige Bedrohung durch den Nachbarn Russland und die Beherrschung durch Schweden über  600 Jahre haben eine eigenwillige kulturelle Identität entwickeln lassen. Die alten Mythen und der Wille zur Excellence spielen dabei eine wesentliche Rolle. Die kulturellen Minderheiten genießen in Finnland unterschiedlichen Respekt. Bis heute sind die Samen eine wenig geschätzte Minderheit, jedoch erfährt ihre Musik eine starke öffentliche Wahrnehmung. Die schwedische Minderheit hat dagegen viele Rechte: schwedische Theater, Universitäten und Zeitungen und eine eigene politische Partei. Am Ende des 20. Jahrhunderts hat Finnland durch den Fall des kommunistischen Imperiums eine große Wirtschaftskrise erfahren. Plötzlich war der große Auftraggeber Russland verschwunden und Finnland hatte über Nacht einen hohen Prozentsatz an Arbeitslosen. Diese Wirtschaftskrise ist überwunden. Heute ist das Land in den Bereichen Design, High Tech, Film, Musik, Sport, Bildung und Biotechnologie international im Spitzenbereich vertreten. Die renommierten Filme Aki Kaurismäkis haben häufig Schicksale von gesellschaftlichen Außenseitern in städtischen Zentren wie Helsinki zum Thema. Sie sind nicht nur für sparsame Dialoge, sondern auch für ihren skurril-lakonischen Humor bekannt, der den Menschen in Finnland eigen ist. Abschließend sei noch erwähnt, dass NUROPE (Nomadische Universität) ihre Heimat in der Åbo Akademi in Turku hat.
www.nurope.eu

Tibet – Eine Kultur im Exil

Im heurigen, europäischen Jahr der Integration lohnt es sich, etwas über die Grenzen von Europa zu schauen, um sich die Inspiration von möglichen Modellen erfolgreicher Aufnahme eines ganzen Volkes und seiner Kultur zu holen. Dieser Blick geht nach Indien, dem bevölkerungsreichsten Land der Erde und zugleich größten Demokratie. Als 1959 nach der Machtübernahme Chinas Tenzing Gyatso, der derzeitige Dalai Lama mit 90 000 Menschen aus Tibet nach Indien floh, war zunächst nicht klar, dass eine Rückkehr bis heute in das eigene Land unmöglich sein würde. Inzwischen haben von rund 6 Millionen Tibetern rund 380 000 Menschen das Land verlassen. In Dharamsala, einem in dieser Zeit nach einem Erdbeben nahezu unbewohnten Ort am Fuße des Himalaya fanden die Tibeter Aufnahme und in weiterer Folge an über 20 anderen Orten in verschiedenen Teilen Indiens. Dharamsala ist das Zentrum tibetischer Kultur außerhalb Tibets geworden. Dalai Lamas Residence in McLeod Ganj, der obere Teil von Dharamsala, ist Sitz der tibetischen Exilregierung. Hier befinden sich auch zahlreiche tibetische Organisationen und Bauwerke und wird mitunter auch „Little Lhasa“ genannt.
Die Tibeter leben, arbeiten und artikulieren sich in ihrer eigenen Sprache und Kultur. Selbstverständlich haben sie ihre eigenen Tempel, ihre eigenen Schulen und ihr Gesundheitssystem errichten dürfen. Die Tibetische Medizin ist inzwischen international bekannt und anerkannt und wird in Mc Leod Ganj durch Men-Tsee-Khang, dem Tiibetan Medical & Astrological Institute of H.H. the Dalai Lama, unterrichtet. Geht man durch die Straßen von Mc Leod Ganj so kann man alle kulturellen Ausdrucksformen bewundern und kennen lernen, die aus der tibetischen Kultur kommen. Prachtvolle tibetische Thangkas, die auch den Tempel des Dalai Lama zieren, handgewebte tibetische Teppiche, handgefertigte Statuen, Schmuck, Schals und Decken aus Yakwolle in archaischen Mustern, Klangschalen und handgemalte Bücher. In den unterschiedlichen Werkstätten kann man nicht nur zusehen, sondern mitunter wird auch Unterricht angeboten. Alte Skulpturen der allerersten Güte bringen die Neuankömmlinge aus Lhasa mit. Das Tibetan Institute of Performing Arts (TIPA) öffnet sich auch KünstlerInnen aus dem Ausland und steht in seiner Ausrichtung ganz im Zeichen der Bewahrung tibetischer Kunst und Kultur. Das Thangde Gatsal Institut bietet artists in residence Projekte für Thangka Malerei an. Die Lehrer Lobsang Choegval und Sarika Singh zählen zu den größten Meistern ihres Faches. Sie vermitteln neben der Malerei auch die damit verbundene tibetisch-buddhistische Kultur.
Koch- und Sprachkurse sind in Mc Leod Ganj ebenso möglich, wie Meditations- und Yogakurse unterschiedlicher Schulen. Der am meisten geschätzte Lehrer ist jedoch Dalai Lama selbst. Er gibt regelmäßig teachings und speziellen Unterricht für die Neuankömmlinge aus Tibet. Er unterrichtet sein Volk nicht nur im tibetischen Buddhismus sondern im praktischen Zusammenleben mit den Indern. Die nächsten teachings werden im Februar und März 2008 sein. Während dieser Zeit kommen Menschen aller Nationen nach Dharamsala.
Die tibetische Kultur zählt zu den ältesten der Erde. Dieses Weltkulturerbe ist von Auslöschung bedroht. Es zu beschützen ist nicht nur Aufgabe einer Nation, sondern bedarf der Hilfe der ganzen Welt. In Tibet selbst sind deutliche Zeichen zu bemerken, dass die Kultur nicht überleben wird, sie überlebt hoffentlich in anderen Teilen der Welt.

Tibetan Institute of Performing Arts: www.tibetanarts.org
Thangde Gatsal Institut:  www.tibetanpaintings.com
Men-Tsee-Khang: www.men-tsee-khang.org
Dalai Lama teachings: www.tibet.com

Centers of Excellence in Indien

Was hat universitäre Bildung mit Kunst und Kultur zu tun? Bei uns immer weniger. Ganz anders an den Universitäten des Amrita Institutes in Indien, an denen die ganzheitliche Bildung und Erziehung des Menschen als eine gesellschaftliche Notwendigkeit erkannt und vermittelt wird.
Diese Universitäten bieten den Studierenden ganz selbstverständlich die universelle Bildung an. Einige Punkte machen die Amrita Institute einmalig. Zusätzlich zu den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in Technik, Management, Medizin usw. bekommen die Studierenden Training in Yoga und Meditation. Ein wichtiger Teil des Curriculums ist die Persönlichkeitsbildung durch das Vermitteln von universellen Werten. Dieser Unterricht hilft den Studierenden sich selbst besser zu verstehen und ein starkes Selbstbewusstsein, Mitgefühl und ein erhöhtes Bewusstsein ihres Umfeldes und ihrer Mitmenschen zu entwickeln. Sie lernen über den menschlichen Charakter und darüber, was der menschliche Geist ist. Das Vermitteln von östlichen und westlichen Werten aus den einschlägigen philosophischen Schulen ist von grundlegendem Selbstverständnis. Und selbstverständlich ist das Kennen der eigenen Kultur sowie das Praktizieren der unterschiedlichen künstlerischen Disziplinen für alle von Bedeutung.
An sämtlichen Universitätsgebäuden gibt es permanent betreute, offene Studios. Die Studierenden können sich jederzeit kreativ betätigen, können aus einer beachtlichen Vielfalt von technischen Materialien wählen und erhalten Kunstunterricht von KünstlerInnen aus aller Welt, im Einzelunterricht oder als Workshops. Darüber hinaus gibt es Angebote im traditionellen und zeitgenössischen Tanz, der Musik und der Literatur.
Die Ergebnisse werden präsentiert und verkauft, die Erlöse fließen  über karitative Projekte zurück in die Gesellschaft. Auf selbstloses Handeln wird großen Wert gelegt und im kreativen Schaffen ist das ein „so nebenbei Effekt“.
Die Kreativität wird aber auch im Suchen nach neuen Möglichkeiten in der Verantwortung der sozialen Transformationsprozesse in der Gesellschaft trainiert. Die Studierenden beteiligen sich an Umweltschutzprojekten, die sie entwickeln, die wirtschaftlich gut kalkuliert sind und die kulturellen Gegebenheiten des Projektfeldes ganz genau berücksichtigen. Die ganzheitliche Herangehensweise ist ein wesentliches Merkmal. In interdisziplinären Netzwerken innerhalb der Universitäten und in der sie umgebenden Gemeinde werden diese Projekte entwickelt. Die internationale Vernetzung ist aufgrund des nahe gelegenen Ashrams, der unter anderem  ein Schmelztiegel für internationale ForscherInnen und KünstlerInnen geworden ist, beinahe schon normal.
Die Amrita Institute wurden von Mata Amritanandamayi Devi gegründet. Sie wird als große Heilige in Indien verehrt und aufgrund ihres Engagements entstand eine der größten sozialen und humanitären  Organisationen  Indiens. Die Universitäten sind ein  wichtiger Teil dieser Organisation – sie zählen zu den besten Bildungseinrichtungen des Landes. Sie stehen den armen Studierenden kostenlos zur Verfügung, jene, die es sich leisten können, bezahlen Studiengebühren. Die Absolventen, die eine freie Ausbildung bekommen haben verpflichten sich, einen Teil ihres zukünftigen Gehaltes der Universität zur Unterstützung von armen Studierenden zur Verfügung zu stellen.

Die Autorin Luise Kloos unterrichtete im Jänner 2008 am Amrita Institute in Südindien Malerei und Zeichnung.

Metropolis Istanbul

Istanbul – größte Stadt in Europa – eine Stadt, die förmlich aus ihren Nähten platzt, in die jährlich 500 000 Menschen aus Anatolien hinzuziehen und selbst die größte Bank des Landes nun von Ankara nach Istanbul übersiedelt, in der aktuell 20 Millionen Menschen leben, das ist Istanbul zu Beginn des Jahres 2008. Viele illegale Bauten werden errichtet: Gecekondu – „Über-Nacht-gebaut“ Siedlungen, die rund die Hälfte aller Bauten von Istanbul ausmachen. Das islamische Recht verbietet den Abriss von Häusern, die in einer Nacht so weit erbaut wurden, dass ihre Wände ein Dach tragen. Danach wird einfach weitergebaut. Selbst das unübersehbare Hotel Ritz ist auf diese Weise entstanden.
Und es gibt absolut keine öffentliche Unterstützung für Kunst und Kultur.
Diese Situation fordert das Kulturfeld.
Die jungen KünstlerInnen hatten bis vor kurzer Zeit überhaupt keine Möglichkeiten, sie mussten wenigstens einmal im Jahr ins Ausland verreisen und knüpften ausländische Kontakte.
Ende der 90er Jahre haben sich die Dinge geändert. Plattform Garanti, ein international höchst renommierter Kunstbetrieb, wurde 2001 gegründet, 2004 kam Istanbul Modern, danach das Theater Dot und viele andere Initiativen.
Jetzt ist Istanbul ein Magnet – aber was bedeutet das?, fragen sich die Kulturschaffenden. Sie antworten lapidar: „Viele Plätze waren Magnete, ganz Indien ist ein Magnet, Tirana war vor 40 Jahren ein Magnet …“
Die KünstlerInnen sagen in Istanbul: „Future Economy ist Service Economy und das ist Art Economy.“ Sie wissen, dass Städte über Kunst eine große Bekanntheit erlangen wollen. Aber es ist ihnen egal, welchen Effekt es auf die Stadt hat.
Die vielen Institutionen in Istanbul haben unterschiedliche Ziele, viele sind am kurzzeitigen Effekt interessiert.
In Istanbul ist die Peripherie innerhalb der Stadt, interdisziplinäre Studien fragen sich, wie die urbane Transformation vor sich geht, alles ist sehr schnell. Kulturelle Praxis ist wie ein Orkan und kann für die urbane Transformation instrumentalisiert werden – das ist eine Gefahr.
Einige Organisationen fragen sich, wie man ein Projekt ohne Budget und immaterielle Arbeitsleistung realisieren kann – diese Stadt gibt einem die Chance dazu!
Plattform Garanti war und ist an Nachhaltigkeit orientiert, ändert strukturell und orientiert sich am internationalen Niveau. Es gibt dort Ausstellungen, ein artists in residence Programm, ein Archiv und eine Bibliothek – die Stadt selbst hat keine Bibliotheken. So kommen viele Menschen, um dieses Angebot zu nutzen. Und Kuratoren aus aller Welt reisen nach Istanbul.
2010 wird Istanbul Europäische Kulturhauptstadt sein. Hierzulande wird diskutiert, ob die Türkei zur Europäischen Union kommen soll. Beobachtet man die Ergebnisse der zeitgenössischen Kunstproduktionen als Parameter für zukünftige Entwicklungen, dann wird kein Weg daran vorbeiführen.
„Sie sind nicht europäisch, sie sind nicht fähig zur EU zu kommen, das Land ist zu groß, sie haben nicht die Strukturen, sie werden die Balance zerstören…“
Das sagte Frankreichs Präsident 1963 über Großbritannien.

Lyssna! Cultural policy in Schweden

Lyssna!
Cultural policy in Schweden

Schweden hat die cultural policy in Angriff genommen und eine Expertengruppe arbeitet daran seit zwei Jahren, um sie im November 2008 der Öffentlichkeit vorzustellen. Aus unterschiedlichen Disziplinen sind Persönlichkeiten eingeladen, sich um die Ausformulierung der kulturpolitischen Leitlinien des Landes zu bemühen: „Wie soll Kultur finanziert werden?“ „Digitale Transformationen“ „Intellektuelle Eigentumsrechte in Kunst und Kultur“ „Inter- und transnationale Perspektiven“. Die cultural policy wurde in Schweden seit 35 Jahren nicht geändert. Die Welt hat sich jedoch sehr geändert. Dies ist nun die Antwort.
Die Expertengruppe berät darüber, wie und welche Veränderungen aus einer großen Perspektive gemacht werden können. Diese Änderungen sind allerdings nicht von einem Tag zum anderen vorgesehen.
Im Raum Stockholm leben rund neun Millionen Menschen. Hier werden in den kommenden fünf Jahren zwei Billionen Euro für die Entwicklung zur wirtschaftlichen und kulturellen Exzellenz investiert. Im Kulturbereich wird sehr genau darauf geachtet, wie der Weg beschritten werden kann, dass sich die internationale Ausrichtung der repräsentativen Institutionen am höchsten Niveau einerseits und die Bildung des eigenen „Humus“ andererseits die Waage halten. Nun fragt man sich hierzulande wie dieser Spagat zu meistern ist? In Schweden wird der öffentliche Diskurs als demokratische Errungenschaft stark gepflegt. Und die renommierten Kulturbetriebe sind sehr auf diese Balance bedacht. Man will die Türen öffnen für Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft – meeting, talking, die Gesellschaft braucht mehr Demokratie, aufgrund der privaten Strömungen. Die privaten Gelder gehen zu stark in ganz wenige Institutionen. Die kulturellen Werte müssen jedoch in allen gesellschaftlichen Schichten diskutiert werden. Es gibt ein Bewusstsein in diesem Land dafür, dass das sehr viel mehr Kultur gebraucht wird.
Schweden steht für das Zusammenführen von Kulturen und Nationen auch im Ausland. Wieso also nicht direkt in Schweden selbst die schwedische Kultur vermitteln? Jeder spricht über Privatsponsoring – aber es ist die Frage, ob das der richtige Weg ist. Schweden will sich international sowohl wirtschaftlich als auch kulturell positionieren. Deshalb gibt es sehr viel mehr Geld für Institutionen, als für die einzelnen KünstlerInnen. Aber diese Institutionen sind sich ihrer sozialen Verantwortung in der Gesellschaft bewusst.
Als Beispiel sei hier das Royal Philharmonic Orchester Stockholm erwähnt. Dieses Orchester ist ein kultureller Leitbetrieb auf höchstem Niveau. Und verfügt über das höchste Kulturbudget des Landes. Naturgemäß schaut die Öffentlichkeit ganz genau auf diesen Betrieb und welche Maßnahmen unternommen werden, damit möglichst viele Menschen daran partizipieren können.
Zwei Ergebnisse hat die Expertengruppe für die Entwicklung der cultural policy jetzt schon dargelegt: Alle 4 – 5 Jahre wird eine Kommission zusammensitzen und darüber beraten, welche Veränderungen sich in Gesellschaft und Kultur ereignet haben, und was zu tun ist. Und weiters: Viel zu wenige und vor allem viel zu wenig gebildete KulturpolitikerInnen stehen einer großen und stark wachsenden Anzahl von Kreativen gegenüber.

2. Kroatische Biennale für IllustratorInnen 2008

2. Kroatische Biennale für IllustratorInnen 2008
Utopie und Realität der Kinderkultur in Zagreb

Illustrationen für Kinder zu gestalten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Ist doch die Phantasie der Kinder eine viel reichere als die der Erwachsenen. Ich erinnere mich an meine eigenen Kinderbücher und ich liebte jene am Meisten, deren Illustrationen mit meinen Vorstellungen übereinstimmten und diese darüber hinaus anregten. Ich konnte zum Beispiel die ganz oberflächlich hin geschleuderten Bilder bei den Märchen nicht ertragen, ich mochte die Geschichten dann auch gar nicht lesen. Ich genoss viel mehr die sorgfältig im Detail ausgearbeiteten Bilder, die das kostbare Reich einer kapriziösen Prinzessin, die Anmut eines schüchternen Bauernmädchens oder die lustige Welt des Hans-Guck-in-die-Luft veranschaulichten.
Nach meinen Erfahrungen fühlen Kinder heute sehr ähnlich. Sie schätzen die anspruchsvollen Bilder, die sie in einem Buch immer und immer wieder anschauen können. Vielleicht auch gerade wegen der vielen und schnellen visuellen Eindrücke, die durch Film und Fernsehen auf sie einstürmen. Die Bilder in einem Buch entführen in eine utopische und gleichzeitig realistische Vorstellungswelt jenseits der Worte. Wiederholt betrachten sie diese Bücher, erfinden dazu eigene Geschichten, stellen mögliche Antworten und die Vorstellungswelt auf den Kopf. Sie lieben die vielen Kleinigkeiten, die schönen Farben, die ungewöhnlichen Formen und die andersartigen Perspektiven. Und sie sind besonders angeregt durch Abstraktionen, die sie emotional fordern.
Die Tradition für das gute Kinderbuch hat in Österreich qualitätsvolle Strukturen entwickelt. Jährlich gibt es zahlreiche Preise für Kinder- und Jugendbücher. Mit Linda Wolfsgruber, Maria Blazejovsky, Christoph Abbrederis, Sybille Vogel und Paul Mangold werden bei der 2. Kroatischen Biennale für IllustratorInnen vielfach ausgezeichnete IllustratorInnen vorgestellt. Claus Rudolf N. Reschen und Stefanie Hilgarth sind noch relativ „jung“ in diesem Metier vertreten.
Die international mit zahlreichen Preisen ausgezeichnete Lore Heuermann und Edith Temmel stellen Illustrationen zur Erwachsenenliteratur vor. Bilder für Erwachsene werden bei den LeserInnen immer beliebter. Besonders Jugendliche, die aus dem Alter der Kinderbücher entwachsen sind, bevorzugen Geschichten dann, wenn sie gut illustriert sind.
Kinderbücher erhalten im Buchhandel eine Angabe für welches Alter sie geeignet sind. Und auch hier gibt es zunehmend Beispiele, dass schöne Kinderbücher von allen Altersstufen gelesen und angeschaut werden. Sie sind häufig begehrte Geschenke und bei den relativ niedrigen Auflagen auch geschätzte Sammelobjekte.
Was kann man sich also Schöneres wünschen, als eine Ausstellung der Originale von IllustratorInnen zu sehen, die sich der verantwortungsvollen Aufgabe stellen, qualitätsvolle, interessante, lustige, spannungsvolle, neue, sensible, schräge, ungewohnte und mutige Bilder zu malen und zu zeichnen.
Die Utopie, in Kroatien eine Biennale für Illustratoren zu zeigen, ist durch Koraljka Jurcec-Kos und Klovicevi Dvori eindrucksvoll zur Realität geworden.

2. Kroatische Biennale für IllustratorInnen in Zagreb
Eröffnung der Ausstellung am 3. Juni 2008, 19 Uhr, Klovicevi Dvori
Ausstellungsdauer bis 27. Juli, täglich außer Montag, von 10 – 18 Uhr

Europäisches Kulturparlament in Sibiu – Kulturhauptstadt Europas 2007

Sibiu, auch unter dem deutschen Namen Hermannstadt bekannt, war immer das wichtigste Zentrum der deutschen Minderheit Siebenbürgens. Auch heute befindet sich hier die größte deutsche Gemeinde Rumäniens.
In Sibiu befindet sich ebenfalls eine bedeutende ungarische Minderheit, eine Erinnerung an die Zeiten, als Siebenbürgen Teil des Österreichisch-Ungarischen Reiches war. Dennoch ist Sibiu/Hermannstadt eine überwiegend rumänische Stadt (95% der Bevölkerung ist rumänischen Ursprungs), der es gelungen ist, die drei genannten Kulturen und weitere von kleineren Minderheiten wie Roma, Slowaken und Ukrainer zu bewahren und zusammenzubringen.
Heute zeigt sich Hermannstadt als eine wahre Kultur- und Tourismushauptstadt Rumäniens, die durch ihren mittelalterlichen Reiz, die Schönheit ihrer Umgebung, ihre Speisen und lokalen Traditionen viele Touristen anzieht.
Das europäische Kulturerbe ist in Sibiu in einigen sehr schönen Museen zu besichtigen, für die es sich lohnt, dorthin zu reisen. Die Bruckenthalsche Gemäldesammlung befindet sich im Bruckenthal-Palais und enthält etwa 1200 Gemälde der wichtigsten europäischen Künstlerischen Schulen des 15. – 18. Jahrhunderts. Werke der flämischen, deutschen, österreichischen, italienischen, spanischen und französischen Renaissance, des Barock und Rokoko. Die Sammlung Bruckenthal enthält außer der Pinakothek ein Kupferstichkabinett, eine umfangreiche Bibliothek, sowie eine Münz- und Mineraliensammlung.
Das Museum der Geschichte (Muzeul de Istorie) ist im alten Hermannstädter Rathaus untergebracht. Dieses Gebäude-Ensemble ist der wichtigste noch erhaltene gotische Profanbau in Siebenbürgen. Ursprünglich beschränkte sich das Museum auf die Darstellung der Geschichte Hermannstadts und seiner Umgebung, heute zeigt es Exponate des gesamten südlichen Siebenbürgens.
Eine außerordentliche Besonderheit ist das Pharmaziemuseum (Muzeul de Istorie a Farmaciei). Es wird von einem historischen Gebäude am Kleinen Ring von 1569 beherbergt, in dem sich die älteste Apotheke auf dem Gebiet des heutigen Rumäniens befindet. Im Keller dieses Hauses erfand Samuel Hahnemann die Homöopathie als neue Methode der Behandlung. Einige seiner Ampullen und Unterlagen werden gezeigt. Das ursprüngliche Mobiliar im Wiener Stil ist noch weitgehend erhalten.
Der Titel Europäische Kulturhauptstadt wird jährlich von mindestens einer europäischen Stadt geführt. Vorübergehend wird der Titel auch zwei Städten zugebilligt. Ab 2010 darf auch eine Stadt außerhalb der EU den ehrenwerten Titel tragen. Mit Beschluss des Rates der Europäischen Union wurde am 13. Juni 1985 der Vorschlag der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri. Dieser sah vor, jährlich eine europäische Kultur(haupt)stadt zu benennen, mit dem Ziel, die europäische Integration zu stärken.
Das Thema der europäischen Integration ist heuer von zentralem Interesse beim Europäischen Kulturparlament, das 2002 von Karl-Erik Norrman gegründet wurde. Rund 100 Kulturschaffende aus allen Ländern Europas trafen sich bisher in Brügge, Graz, Genua, Lissabon, Turku und eben heuer in Sibiu, um über ihre eigene Arbeit, die kulturellen Leistungen der einzelnen Länder und die damit verbundenen Fragen zu diskutieren. Aus dem Europäischen Kulturparlament ging die Nomadische Universität hervor. Graz wird in dieser Begegnung als Menschenrechtsstadt präsentiert, die derzeit ein umfassendes Projekt mit Schulen und KünstlerInnen zum Thema Integration initiiert.
Angesichts der aktuellen Situation in Österreich, wo erfolgreiche Integration ausländischer Familien in den diversen Gemeinden durch die bestehende Gesetzgebung vernichtet wird, müssen wir uns wichtige Fragen stellen: Wie konnte diese Integration abseits der Gesetzgebung gelingen? Welche integrativen Leistungen haben die BewohnerInnen und die Zugezogenen erbracht? Welche der bestehenden Strukturen trugen zur erfolgreichen Integration bei? Vielleicht lässt sich die Distanz von Gesetzgebung, Verwaltung und Bevölkerung verringern.

Das bewundernde Auge des Sammlers

Die „Andere Sammlung“ Beyeler

Während in der Albertina in Wien in diesen Tagen in der Ausstellung „Von Monet bis Picasso“ die Dauerleihgabe der Sammlung Batliner wie als Eigentum gefeiert wird, ist derzeit in Riehen, Schweiz, die größte Sonderschau der Basler Galerie Beyeler seit der Gründung der Fondation zu sehen.

Die „Andere Sammlung“ ist die persönliche Bilanz einer überragend erfolgreichen 60-jährigen Händlertätigkeit. Es ist eine Hommage an Hildy und Ernst Beyeler, die von der Idee begeistert waren, Kunsthandel und Museum, das Spekulative und das Bewahrende, zu vereinen.
Mit der bisher größten Ausstellung seit der Gründung der Fondation Beyeler werden annähernd zweihundert hauseigene und verkaufte Werke gezeigt. Sämtliche Leihgaben sind schon einmal durch die Hände des Sammlerpaares Beyeler gegangen. Sie gehörten ihnen und sie verschwanden wieder aus ihrem Besitz. Von den rund
16 000 Werken, die sie im Laufe ihrer Händlertätigkeit erworben und verkauft hatten, sind nun 130 nach Basel bzw. nach Riehen zurückgekommen – Meisterwerke natürlich, eine Wahl der Besten.
Im Alltag des Kunsthändlers wird die Kunst zur Ware, sie wird taxiert und verworfen, geschätzt und von Ort zu Ort verschoben. Dadurch verliert sie zwar nicht ihre Strahlkraft, doch diese wird zum kalkulierbaren Wert. Dass dabei der Wunsch entstehen kann, davon etwas, sei es nur für begrenzte Zeit – wieder bei sich zu haben, ist nachvollziehbar.
Die bekannten Bilder der Sammlung begrüßen die BesucherInnen: van Gogh, Monet, Cézanne, Giacometti, Picasso, Klee, Bacon, Rothko, Kelly – in anderer Gruppierung und in neuer Gesellschaft. Da sind zum Beispiel die großen Bonnards. Ein Raum intimer Bade-Interieurs aus irisierendem Farbgewebe ohne Schatten, eine Huldigung an die Schönheit des Lichts, der Frau, der Malerei – das genügt, um eine Wirkung zu entfalten, dass man zu diesem Ensemble unbedingt noch einmal zurückkehren möchte. Oder das kleine Portrait von Gauguin, das die Mutter des Künstlers als junges Mädchen zeigt. Ein rosa Marmortisch im Grünen von Matisse, ein Sommermorgen-Bild aus Mondrians früher Zeit, ein überraschend schönes Stillleben von Juan Gris.
Der hohe Anspruch, dass exquisite Qualität der beste Weg zum Erfolg ist, wird auch in den perfekt ästhetisch gestalteten Galeriekatalogen sichtbar. Sie sind im Eingangsbereich zu sehen. Wie ein langes Mosaikband farbiger Rechtecke sind sie nun aufgereiht, das selbst künstlerische Qualität besitzt.
Die Sammlung Beyeler ist ein Höhepunkt in der schweizerischen Kulturlandschaft. Aber das Kulturland Schweiz verfügt darüber hinaus über viele äußerst bemerkens- und sehenswerte Sammlungen und Museen in kleinen Orten von dezentraler Lage. Das ganze Land scheint sich bewusst zu sein, dass die Pflege und Bewahrung von Kunstwerken im ländlichen Raum einen wesentlichen Beitrag zur Lebensqualität darstellt. Das Sammeln von zeitgenössischer Kunst ist selbstverständlicher und integrierter Bestandteil der schweizerischen Identität und des kulturellen Selbstverständnisses.

Fondation Beyeler Riehen, Ausstellung „Die andere Sammlung“ bis 6. Jänner 2008.

Kulturerbe zwischen Gebirge und Meer

Ein aktuelles Kunstprojekt in Zadar und Nin von europäischer Dimension

Die Meeresorgel, ein zeitgenössisches Kunstwerk in Zadar, mit Klängen, die an Bach erinnern, ändern je nach Wellengang den Rhythmus und die Klangqualität. Zadar, ein bemerkenswert kulturelles Zentrum der norddalmatinischen Küste ist nicht weit vom südlichen Ausläufer des Velebit Gebirge gelegen. Alle möglichen architektonischen Zeitzeugen seit den Römern sind hier präsent und natürlich ist viel von der gemeinsamen habsburgischen Geschichte zu sehen.
Die Initiatoren des Projektes „Back to Heritage“ sind Sime Ljubicic, Direktor der Matrix Croatica, Nin und Josip Zanki, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Kroatiens und künstlerischer Leiter des Projektes. KünstlerInnen aus Japan, Großbritannien, Italien, Kasachstan, Kroatien und Österreich sind eingeladen, um in Nin und Zadar ihre künstlerischen Statements zu geben.
Ausgangspunkt ist der erste Roman in kroatischer Literatur von Petar Zoranic („Gebirge“ erschienen 1569 in Venedig). In diesem Roman beschreibt er eine unglückliche Liebe, die sein ganzes Leben verändert, ihn zu einem Aufenthalt im Velebit Gebirge bringt und ihn schließlich zu seinen kulturellen kroatischen Wurzeln führt.

Eine halbe Autostunde nördlich von Zadar liegt der bezaubernde Ort Nin, einst eine bedeutende römische Stadt, in der auch Petar Zoranic gelebt hat. In Nin steht die bedeutendste Kirche Kroatiens und ist gleichzeitig die kleinste Kathedrale der Welt: die um 800 erbaute Sveti Kriz, Heilig-Kreuz-Kirche. Die Dimensionen der Kirchenmauern, der Türen und der Fenster wurden für die unterschiedlichen Lichtverhältnisse innerhalb eines Tages und auch innerhalb eines Jahres entworfen.
Lore Heuermann hat die unglückliche Liebesgeschichte von Petar Zoranic zum Anlass genommen, um in der Kirche Sveti Kriz eine Installation mit Fotos und Zeichnungen, die teilweise digital bearbeitet sind, zu gestalten. Sie entwickelte dabei ein Konzept über Illusion und Wirklichkeit: Visionen, die durch Askese und Einsamkeit entstehen können.

Den Start des Projektes bildete eine Wanderung der KünstlerInnen durch das mystische, mit vereinzelt dastehenden, uralten Steinhäusern unterbrochene, ca. 200 km lange Velebit Gebirge.
Die KünstlerInnen Marina Bauer, Pavel Ivanov, Marco di Giorgi, Igor Konjusak, Petar Baresic, Sinisa Majkus, Roman Simic, Bojana Brkic, Josip Zanki, Gerhard Nierhaus, Lore Heuermann sowie die in Österreich gut bekannten japanischen Butoh TänzerInnen Moe Yamamoto, Kei Shirasaka und Teruko Susuki sind durch das große kulturelle Erbe der Region und durch eine zauberhafte Landschaft mit kraftvollen Plätzen zu site specific Installationen und Arbeiten inspiriert. Sie weben die eigenen kulturellen und religiösen Wurzeln und spirituellen Traditionen in ihre zeitgenössische Kunstsprache ein.

Eine Idee des Projektes ist auch, die Bevölkerung und die Studierenden von Zadar und Nin zu integrieren und zu beteiligen. Eine Reihe von öffentlichen Vorträgen an der Universität Zadar und in den einzelnen Galerien in Nin umrahmen „Back to Heritage“.
Kunsthistorisch begleitet wird das Projekt durch die Kuratorin Iva Körbler, Institut für Kunstgeschichte in Zagreb und durch Anita Zlomislic, Kunsthistorikerin und Journalistin der Tageszeitung Vijenac.

www.backtoheritage.com
29.6.2007 – 8.7.2007, Ausstellung in Nin bis Ende Juli 2007