Perspektiven in Europa – Sozial verantwortliche Transformationen
Am Beispiel von
NUROPE – Nomadische Universität für Kunst, Philosophie und Unternehmertum in Europa
KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen und PhilosophInnen sämtlicher europäischen Länder treffen sich im Rahmen des Europäischen Kulturparlaments seit 2002 jährlich, berichten über ihre eigene Arbeit und diskutieren über die kulturellen Perspektiven Europas. Während des Kulturhauptstadtjahres 2003 fand die zweite Session des Europäischen Kulturparlaments in Graz statt. In Graz entstand auch die Idee für die Gründung einer Nomadischen Universität, welche 2006 an der Åbo Akademi University in Turku/Finnland etabliert wurde. In den einzelnen Oasen finden sich Partner wie Cittadellarte-Fondazione Pistoletto, die Universitäten Ljubljana, Zadar, Istanbul und Stockholm, die Documenta Kassel und möglicherweise auch die Universität Graz.
Ziele von NUROPE sind
• einen Beitrag zur Kultivierung der komplexen Formationen von Identitäten in einem sich veränderten transnationalen Europa zu leisten. Kunst und Kultur sind eine Ressource sowohl für Wachstum als auch zur Konstruktion von Identitäten in offenen Gesellschaften.
• Eine kulturelle und wirtschaftliche Plattform für postgraduelle Studenten, Wissenschaftler und Führungskräfte anzubieten, um Fragen betreffend der Synergien zwischen Kunst und Wirtschaft aus einer glocalen europäischen Perspektive zu entwickeln und zu reflektieren.
• Erfahrungen zu teilen sowie kreative Modelle für Bildung und Erziehung zu entwickeln und Forschungsarbeiten in sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen zu initiieren.
Europa – ein Kontinent mit komplexen Strukturen von Identitäten erweitert sich durch die globalen und lokalen Veränderungen. Die NUROPE reflektiert in ihren einzelnen Oasen die lokalen Zusammenhänge und Möglichkeiten und inkludiert alle verfügbaren globalen Links. In unserer Zeit sind wir mit neuen geopolitischen Herausforderungen konfrontiert. Die europäische und amerikanische Vorherrschaft wird überboten durch eine postkoloniale Ära mit wachsendem asiatischen Einfluss. Dies unterstreicht die soziale und kulturelle Perspektive.
Renaissance – als Vision und umfassendes Weltbild für das Verständnis, wie Innovationen durch Synergien zwischen kulturellen Wohlstand und wirtschaftlichen Wachstum erreicht werden konnten. Das Renaissancemodell beansprucht utopische Kräfte. Heute können diese im Phänomen der Kulturhauptstädte sowie im Wachstum der kreativen Industrie identifiziert werden. Dies unterstreicht die ästhetische Perspektive.
Philosophie des Handelns – baut auf die europäische Tradition, welcher das Unternehmertum zu Grunde liegt. Das Unternehmertum in Bezug auf die Prinzipien einer sozial verantwortlichen Transformation wirft Fragen der Nachhaltigkeit und der ethischen Verantwortung auf und ist untrennbar mit humanen Handlungsweisen verbunden. Dies unterstreicht die ethische Perspektive.
Kritik – kreiert eine kritische Distanz welche eine Veränderung um die Kunst des Denkens der ständigen Erneuerung ermöglicht. Heute bietet die Kunstkritik ästhetische Ressourcen für die Entwicklung der Demokratie, wo neue Formen der Beurteilung verwendet werden, durch welche das Vertrauen wachsen kann. Dies unterstreicht die politische Perspektive.