Visit Louisiana

Das Louisiana Museum of Modern Art befindet sich in Humlebæk, etwa eine Stunde nördlich von Kopenhagen. Die einmalige Interaktion von Kunst, Landschaft und der Architektur macht das Louisiana zur größten Kulturattraktion Dänemarks. International ist das Louisiana wegen seiner attraktiven Ausstellungen und wegen der bedeutendsten Kunstsammlung in Skandinavien bekannt. Das Museum wurde 1958 von Knud W. Jensen gegründet, um den Dänen Kunstwerke zu zeigen, die bis dahin keinen Platz in den herkömmlichen Museen hatten. Es zählt zu den renommiertesten Kunstmuseen der Welt. Aber das Louisiana ist weit mehr als “nur” ein Museum. Es ist ein Kulturhaus im besten Sinn des Wortes. Die Ausstellungsräume ermöglichen immer wieder den Blick hinaus in den Skulpturenpark oder auf das Meer und seine Inseln. Es ist ein idealer Treffpunkt für unterschiedliche Anlässe kultureller Präsentationen wie Vorträge, Diskussionen, Konzerte oder Filme. Von allen Museen, die ich bis jetzt weltweit kennen gelernt habe, sind hier die Kinder aufs Professionellste und Herzlichste willkommen geheißen. Das Kinderhaus bietet einen Kunstspielplatz für die kleinen und kleinsten Kinder und die Workshopräume sind von einer ausgesuchten Qualität, die ihresgleichen sucht. Jedes Ausstellungsthema wird in Material und Inhalt großzügig für die unterschiedlichen Altersgruppen aufbereitet. Die Räume zählen zu den reizvollsten des Museums und die Möblierung ist ganz dem dänischen Design, in der Körpergröße der Kinder, verpflichtet. Die Qualität setzt sich im Shop, bei den feilgebotenen Produkten und im charmanten Café fort. “Kunst für Viele” war die visionäre Idee von Knud W. Jensen und er kreierte ein Museum mit Seele, wo Kunst direkt zum Betrachter spricht. Sein “Sauna Prinzip” gilt bis heute. Um die Leute überhaupt nach Humlebæk zu bewegen, braucht es KünstlerInnen, die die Menschen kennen – das ist der heiße Teil des Prinzips. Der kalte Teil sind gleichzeitig präsentierte unbekannte, “schwierige” eben zeitgenössische KünstlerInnen und Kunstformen. Den BesucherInnen in “Augenhöhe begegnen” ist in allen Details spürbar. Warum es sich ausgerechnet jetzt so lohnt, das Louisiana zu besuchen, sind die zwei aktuellen Ausstellungen: Per Kirkeby und Manga! Die japanischen Comics “Manga” genießen weltweite Faszination. In all den unterschiedlichen Spektren wie Krieg und Liebe, Erotik, Mythologie, Science fiction oder Alltagsleben sind Manga für jede Altersgruppe interessant. Manga wird in seinen Wurzeln, das viele Jahrhunderte zurückliegt, anschaulich dargestellt. So erfährt man über die populäre Mangakultur die Traditionen der japanischen Malerei. Auch die nun weltbekannten Mumins, die bekanntlich aus dem schwedischen Teil Finnlands der 50er Jahre stammen, verdanken ihre Weltberühmtheit der japanischen Zeichen- und Animationstechnik – eben Manga! Eine weitere große Schau ist Per Kirkeby, dem bedeutendsten lebenden Maler Skandinaviens, zum 70. Geburtstag gewidmet. Ganz nach dem Motto: “Sie kennen Per Kirkeby, aber diese Arbeiten haben Sie noch nie gesehen.” Über hundert großformatige Bilder, über fünfzig Skulpturen und viele weitere Werkgruppen, beginnend mit den neuesten Arbeiten, werden gezeigt. Durch die Ausstellung führen Videoclips wie ein roter Faden durch das Werk von Per Kirkeby. In einem Interview mit dem Kurator spricht der Künstler über seine Inspiration, Philosophie und Arbeitsweise. Per Kirkeby ist auch in Graz wohlbekannt: Bei der Ortweinschule steht eine site specific Skulptur, eine von über siebzig Per Kirkeby Skulpturen, die in Europa verstreut sind.

www.louisiana.dk

Internationale Miniaturenbiennale in Serbien – Steirische KünstlerInnen stark vertreten

“Diese 4 Tage in Gornji Milanovac mit vielen wertvollen Momenten werden jeder und jedem von uns in intensiver Erinnerung bleiben”, schildert Walter Köstenbauer seine Eindrücke, der einer von zwölf beteiligten Künstlern in der 50.000 Einwohner zählenden Stadt 120 km südlich von Belgrad war.
Mirjana Selakov-Peitler vom Medienlabor im Grazer Kunsthaus, hat den österreichischen Beitrag kuratiert. Mitgereist waren Gerhard Gross, ILA, Walter Köstenbauer, Martin Krusche, Regina Peier und Sergey Yugov (Medienkünstler “in residence” in Graz). Weiters mit Arbeiten dabei, aber nicht persönlich vor Ort: Markus Wilfling, Cym, Christian Eisenberger, Karin Frank, Walter Kratner, Michael Mastrototaro und Petra Maitz.
Von den KünstlerInnen aus 35 beteiligten Nationen wurde ILA mit dem Gesamtpreis für Skulptur ausgezeichnet.
Die Biennale dauert noch bis 20. Juni 2008 und findet heuer zum 9. Mal statt. Nach einer 10 Jahre Jahre lang dauernden Blockade nach dem Balkankrieg, wo es den KünstlerInnen in Serbien nur sehr schwer möglich war, an internationalen Ereignissen teilzunehmen, bessert sich die Gesamtsituation langsam seit 2003.

NUROPE

Nomadische Universität für Kunst, Philosophie und Unternehmertum in Europa

In Graz entstand 2003 im Rahmen des Europäischen Kulturparlamentes die Idee für die Gründung einer Nomadischen Universität, welche 2006 an der Åbo Akademi in Turku/Finnland etabliert werden konnte. Seitdem fanden Oasen in Turku, Biella, Kassel, Ljubljana, Istanbul und Stockholm statt. Die Nomadische Universität hat sich zu einem bedeutenden Think Tank entwickelt. Das Royal Philharmonic Orchestra Stockholm ist zum Beispiel ein Unternehmen, das bei der letzten Oase in Stockholm NUROPE als Think Tank für zwei Tage eingeladen hatte, um mit der künstlerischen Leitung des Hauses über kulturpolitische und sozial verantwortliche Nachhaltigkeit des Unternehmens zu diskutieren. Die Studierenden haben im nomadischen Lernen ein paar wenige „Habseligkeiten“ die sie auf ihrer Wanderschaft durch Europa mitnehmen: Nomadic Chair, Notebook und Nomadic Table.

Ziele von NUROPE sind
•    einen Beitrag zur Kultivierung der komplexen Formationen von Identitäten in einem sich veränderten transnationalen Europa zu leisten. Kunst und Kultur sind eine Ressource sowohl für Wachstum als auch zur Konstruktion von Identitäten in offenen Gesellschaften.
•    Eine kulturelle und wirtschaftliche Plattform für postgraduelle Studenten, Wissenschaftler und Führungskräfte anzubieten, um Fragen betreffend der Synergien zwischen Kunst und Wirtschaft aus einer glocalen europäischen Perspektive zu entwickeln und zu reflektieren.
•    Erfahrungen zu teilen sowie kreative Modelle für Bildung und Erziehung zu entwickeln und Forschungsarbeiten in sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereichen zu initiieren.

Europa – ein Kontinent mit komplexen Strukturen von Identitäten erweitert sich durch die globalen und lokalen Veränderungen. Die NUROPE reflektiert in ihren einzelnen Oasen die lokalen Zusammenhänge und Möglichkeiten und inkludiert alle verfügbaren globalen Links. In unserer Zeit sind wir mit neuen geopolitischen Herausforderungen konfrontiert. Die europäische und amerikanische Vorherrschaft wird überboten durch eine postkoloniale Ära mit wachsendem asiatischen Einfluss. Dies unterstreicht die soziale und kulturelle Perspektive.

Renaissance – als Vision und umfassendes Weltbild für das Verständnis, wie Innovationen durch Synergien zwischen kulturellen Wohlstand und wirtschaftlichen Wachstum erreicht werden konnten. Das Renaissancemodell beansprucht utopische Kräfte. Heute können diese im Phänomen der Kulturhauptstädte sowie im Wachstum der kreativen Industrie identifiziert werden. Dies unterstreicht die ästhetische Perspektive.

Philosophie des Handelns – baut auf die europäische Tradition, welcher das Unternehmertum zu Grunde liegt. Das Unternehmertum in Bezug auf die Prinzipien einer sozial verantwortlichen Transformation wirft Fragen der Nachhaltigkeit und der ethischen Verantwortung auf und ist untrennbar mit humanen Handlungsweisen verbunden. Dies unterstreicht die ethische Perspektive.

Kritik – kreiert eine kritische Distanz welche eine Veränderung um die Kunst des Denkens der ständigen Erneuerung ermöglicht. Heute bietet die Kunstkritik ästhetische Ressourcen für die Entwicklung der Demokratie, wo neue Formen der Beurteilung verwendet werden, durch welche das Vertrauen wachsen kann. Dies unterstreicht die politische Perspektive.

Kulturerbe zwischen Gebirge und Meer

Ein aktuelles Kunstprojekt in Zadar und Nin von europäischer Dimension

Die Meeresorgel, ein zeitgenössisches Kunstwerk in Zadar, mit Klängen, die an Bach erinnern, ändern je nach Wellengang den Rhythmus und die Klangqualität. Zadar, ein bemerkenswert kulturelles Zentrum der norddalmatinischen Küste ist nicht weit vom südlichen Ausläufer des Velebit Gebirge gelegen. Alle möglichen architektonischen Zeitzeugen seit den Römern sind hier präsent und natürlich ist viel von der gemeinsamen habsburgischen Geschichte zu sehen.
Die Initiatoren des Projektes „Back to Heritage“ sind Sime Ljubicic, Direktor der Matrix Croatica, Nin und Josip Zanki, einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler Kroatiens und künstlerischer Leiter des Projektes. KünstlerInnen aus Japan, Großbritannien, Italien, Kasachstan, Kroatien und Österreich sind eingeladen, um in Nin und Zadar ihre künstlerischen Statements zu geben.
Ausgangspunkt ist der erste Roman in kroatischer Literatur von Petar Zoranic („Gebirge“ erschienen 1569 in Venedig). In diesem Roman beschreibt er eine unglückliche Liebe, die sein ganzes Leben verändert, ihn zu einem Aufenthalt im Velebit Gebirge bringt und ihn schließlich zu seinen kulturellen kroatischen Wurzeln führt.

Eine halbe Autostunde nördlich von Zadar liegt der bezaubernde Ort Nin, einst eine bedeutende römische Stadt, in der auch Petar Zoranic gelebt hat. In Nin steht die bedeutendste Kirche Kroatiens und ist gleichzeitig die kleinste Kathedrale der Welt: die um 800 erbaute Sveti Kriz, Heilig-Kreuz-Kirche. Die Dimensionen der Kirchenmauern, der Türen und der Fenster wurden für die unterschiedlichen Lichtverhältnisse innerhalb eines Tages und auch innerhalb eines Jahres entworfen.
Lore Heuermann hat die unglückliche Liebesgeschichte von Petar Zoranic zum Anlass genommen, um in der Kirche Sveti Kriz eine Installation mit Fotos und Zeichnungen, die teilweise digital bearbeitet sind, zu gestalten. Sie entwickelte dabei ein Konzept über Illusion und Wirklichkeit: Visionen, die durch Askese und Einsamkeit entstehen können.

Den Start des Projektes bildete eine Wanderung der KünstlerInnen durch das mystische, mit vereinzelt dastehenden, uralten Steinhäusern unterbrochene, ca. 200 km lange Velebit Gebirge.
Die KünstlerInnen Marina Bauer, Pavel Ivanov, Marco di Giorgi, Igor Konjusak, Petar Baresic, Sinisa Majkus, Roman Simic, Bojana Brkic, Josip Zanki, Gerhard Nierhaus, Lore Heuermann sowie die in Österreich gut bekannten japanischen Butoh TänzerInnen Moe Yamamoto, Kei Shirasaka und Teruko Susuki sind durch das große kulturelle Erbe der Region und durch eine zauberhafte Landschaft mit kraftvollen Plätzen zu site specific Installationen und Arbeiten inspiriert. Sie weben die eigenen kulturellen und religiösen Wurzeln und spirituellen Traditionen in ihre zeitgenössische Kunstsprache ein.

Eine Idee des Projektes ist auch, die Bevölkerung und die Studierenden von Zadar und Nin zu integrieren und zu beteiligen. Eine Reihe von öffentlichen Vorträgen an der Universität Zadar und in den einzelnen Galerien in Nin umrahmen „Back to Heritage“.
Kunsthistorisch begleitet wird das Projekt durch die Kuratorin Iva Körbler, Institut für Kunstgeschichte in Zagreb und durch Anita Zlomislic, Kunsthistorikerin und Journalistin der Tageszeitung Vijenac.

www.backtoheritage.com
29.6.2007 – 8.7.2007, Ausstellung in Nin bis Ende Juli 2007

Nomadic University for Art, Philosophy and Enterprise

www.kulturparlament.com

www.nurope.eu

Nomadische Universität für Kunst, Philosophie und Unternehmertum in Europa

In Graz entstand 2003 im Rahmen des Europäischen Kulturparlamentes die Idee für die Gründung einer Nomadischen Universität, welche 2006 an der Åbo Akademi in Turku/Finnland etabliert werden konnte. Seitdem fanden Oasen in Turku, Biella, Kassel, Ljubljana, Istanbul und Stockholm statt. Die Nomadische Universität hat sich zu einem bedeutenden Think Tank entwickelt.

2. Kroatische Biennale für IllustratorInnen 2008

2. Kroatische Biennale für IllustratorInnen 2008

Utopie und Realität der Kinderkultur in Zagreb

Illustrationen für Kinder zu gestalten, ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Ist doch die Phantasie der Kinder eine viel reichere als die der Erwachsenen.